Osterbräuche aus aller Welt!

Ostereiersuche, Easter Parade, Egg-shackling & Co.

Osterbräuche aus aller Welt

Wenn die ersten Blumen in den Parks und Gärten blühen, ist es wieder soweit – nach den langen, meist trüben Wintermonaten ist der Frühling endlich da und dann ist auch Ostern nicht mehr weit! Aber wann ist Ostern genau und was wird dann eigentlich gefeiert? Und sind die Osterbräuche weltweit gleich?

Ostern fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Nach christlichem Glauben wird dann die Auferstehung Jesu Christi gefeiert.
 
Kinder in Deutschland freuen sich zu Ostern nicht nur auf die Osterferien, sondern natürlich insbesondere auch auf die buntbemalten Ostereier und Süßigkeiten, die der Osterhase für sie versteckt.
Aber woher kommt der Brauch mit den Eiern und dem Osterhasen? Der Hase und das Ei sind genauso wie der Frühling Symbole für Fruchtbarkeit und neu entstehendes Leben. Daher sind in der Osterzeit sowohl der Hase, die Ostereier und der Blumenschmuck überall in verschiedenen Varianten zu finden. Es werden Zweige in Vasen und an Sträuchern im Garten mit bunten Ostereiern geschmückt. Die Ostereier und Osterhasen sind auch in Schokoladenform sehr beliebt und zum traditionellen Ostergebäck gehört das puderzuckerbestreute Osterlamm.

Teil 1: Ostern in Deutschland

Neben der deutschlandweit bekannten Ostereiersuche und dem Osterhasen, der diese versteckt, gibt es aber auch noch viele regionale Osterbräuche.
Im Süden Deutschlands werden die Brunnen der Gemeinden beispielsweise bunt geschmückt, wobei sich immer ein kleiner Wettkampf zwischen benachbarten Dörfern entwickelt, welches den am schönsten geschmückten Brunnen hat.
Im Norden finden dagegen alljährlich in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag Osterfeuer statt. Ihren Ursprung haben diese Feuer in der Zeit der Germanen, die damit damals das Winterende feierten.
Die Stadt Lügde in der Nähe von Bad Pyrmont veranstaltet wohl die spektakulärsten Osterfeuer. Denn dort werden am Ostersonntag große mit Stroh gefüllte Wagenräder aus Holz auf den Osterberg gebracht. Abends werden diese angezündet und ins Tal hinabgerollt. Dabei suchen sich die Räder mit einer Geschwindigkeit von rund 80 Stundenkilometern ihre eigenen Wege – auch schon einmal durch Zäune und Hecken. Dem Brauch nach ist das nächste Erntejahr erfolgreich, wenn alle Räder im Tal angekommen sind.
Aber nicht nur in Deutschland gibt es schöne und spektakuläre Osterbräuche, auch andere Länder freuen sich auf Ostern und feiern die Auferstehung Jesu Christi feuchtfröhlich mit großen Wasserschlachten oder traditionellem Eierrollen.

Teil 2: Ostern in Bulgarien

In Bulgarien werden die Ostereier nicht – wie in den deutschsprachigen Ländern üblich – versteckt, sondern mit Schwung an Kirchenmauern geworfen, damit sie dort zerplatzen.
Manchmal bewerfen sich die Mitglieder einer Familie sogar gegenseitig mit Eiern. Der Glückspilz mit dem meisten Erfolg im kommenden Jahr ist dann das Familienmitglied, dessen Ei nicht zerbricht.

Teil 3: Ostern in Griechenland, Schweden, Serbien und Russland

Küken zu Ostern In Griechenland, Schweden, Serbien und Russland werden die Eier zu Ostern erst hartgekocht und dann rot angemalt. Die rote Farbe steht dabei symbolisch für das neue Leben, das durch das Opfer Jesu Christi gewonnen wurde.
 
In Schweden wird der Osterhase durch das Osterküken ersetzt. Es bringt die Ostereier und gibt auch bei der Wohnungsdekoration den Farbton an, denn die erscheint in sonnigem Gelb mit vielen Federn.
Am Gründonnerstag sind die Osterweiber los, denn dann verkleiden sich die schwedischen Kinder mit Kopftüchern und langen Röcken als alte Frauen und ziehen von Haustür zu Haustür, um dort um Süßigkeiten zu betteln. Als Gegenleistung verteilen die Kinder selbstgemachte Osterbasteleien.

Teil 4: Ostern in Polen

Während es an Karsamstag und Ostersonntag noch ruhig zugeht, feiert man den Ostermontag in Polen mit einer spritzigen Wasserschlacht.
Samstags lässt man hier die Nahrungsmittel für das feierliche Frühstück an Ostersonntag segnen. Und am Ostermontag ist Smyngus-Dyngus-Zeit: Wenn man Glück hat, wird man nur mit wenig Wasser bespritzt, aber gerade die Kinder machen sich einen Riesenspaß daraus, sich das Wasser gleich eimerweise überzuschütten.
Der feuchtfröhliche Brauch soll an die Taufe des Prinzen Miesko I. erinnern. Denn der Prinz brachte das Christentum damals nach Polen.

Teil 5: Ostern in Frankreich

Provence In Frankreich suchen die Kinder auch nach Ostereiern und Süßigkeiten, jedoch nicht, wie bei uns am Ostersonntag, sondern erst am Ostermontag. Und die Leckereien werden auch nicht vom Osterhasen gebracht, sondern von den Kirchenglocken. Diese läuten in Frankreich von Karfreitag bis Ostersonntag nämlich nicht. Die Eltern und Großeltern erzählen den Kindern daher, dass die Kirchenglocken an Karfreitag nach Rom fliegen, um dort den Papst zu besuchen. Auf ihrem Rückweg bringen sie dann am Ostersonntag die Süßigkeiten mit und verstecken sie für die Kinder.

Teil 6: Ostern in Italien

Sankt Peter In Italien suchen die Kinder nicht nach Ostereiern und Süßigkeiten. Verzichten müssen sie trotzdem nicht darauf – ganz im Gegenteil: Die Schokoladenostereier sind hier riesig und werden von Jahr zu Jahr größer. Verpackt sind sie in kunterbuntes Glanzpapier und unter der Schokolade verstecken sich zahlreiche Überraschungen. Die Auferstehung Jesu Christi feiern Familie und Freunde außerdem zusammen mit einem großen Picknick.
Am Ostersonntag versammeln sich darüber hinaus viele Einheimische und Touristen auf dem Petersplatz, um den feierlichen Ostersegen Urbi et Orbi vom Papst zu empfangen.

Teil 7: Ostern in Großbritannien

In Großbritannien gibt es gleich mehrere mehr oder weniger sanfte Osterbräuche. Um sich gegenseitig Glück für das nächste Jahr zu wünschen, berührt man sich in Großbritannien gegenseitig mit selbstgesammelten Weidenkätzchen.
 
Weniger sanft geht es beim Egg-shackling und beim Eierrollen zu – aber gerade für Kinder ist es ein großer Spaß. Beim Egg-shackling werden die Namen der Kinder auf rohe Eier geschrieben. Dann werden alle Eier in ein Sieb gelegt und so lange geschüttelt, bis nur noch ein Ei heile ist und somit ein Gewinner gekürt werden kann. Beim Eierrollen werden die bunten, hartgekochten Eier so lange steilere Straßen hinuntergerollt, bis nichts mehr von der Schale übrig ist.

Teil 8: Ostern in den USA und Mexiko

Die traditionelle Osterparade – die Easter Parade – in New York erinnert ein wenig an den deutschen Karneval, denn dann ziehen bunt geschmückte Wagen und Musikkapellen über die berühmte 5th Avenue und die Menschen feiern ausgelassen in bunten Verkleidungen. Entstanden ist der Brauch angeblich, weil man sich früher immer besonders schick für den Osterspaziergang machte.
 
In Washington hat das Eierrollen auf dem Gelände des Weißen Hauses (The White House Easter Eggs Roll) Tradition. Dabei rollen die Teilnehmer hartgekochte Eier mit Holzstielen so schnell wie möglich einen Hügel hinunter. Zur Erinnerung bekommt jeder Teilnehmer anschließend ein Holzei, das zuvor sowohl vom Präsidenten als auch von der First Lady signiert wurde.
 
In Mexiko wird Ostern gleich zwei Wochen lang bunt und fröhlich gefeiert: Farbige Girlanden zieren dann die Straßen und die Menschen treffen sich zu Musik und Tanz. Ausschließlich an Karfreitag ist es ruhig und es finden verschiedene Prozessionen statt.

Teil 9: Ostern auf den Philippinen

Auch auf den Philippinen warten die Kinder jedes Jahr sehnsüchtig auf den Osterhasen, der die bunten Ostereier und Süßigkeiten für sie versteckt. Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Brauch. Denn sobald die Kirchenglocken an Ostern läuten, heben die Eltern die kleinen Kinder vorsichtig am Kopf hoch, weil sie so angeblich größer werden.

Teil 10: Ostern in Australien

In Australien ist man gar nicht gut auf den Osterhasen zu sprechen, denn der Hase wird hier eher als Schädling angesehen. Denn als die Siedler im 18. Jahrhundert nach Australien kamen, brachten sie den Mümmelmann mit, dieser vermehrte sich in rasender Geschwindigkeit und futterte das Weideland kahl.
Es gibt jedoch einen Hasenersatz – den Bilby. Dies ist ein hasenähnliches Beuteltier, von dem es nur noch ca. 600 echte Exemplare gibt. In Schokoladenform gibt es zu Ostern dafür jede Menge Bilbys, die in Haus und Garten oder im Park für die Kinder versteckt werden.

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