Fortuna Köln-Trainer Uwe Koschinat spricht über Familienurlaub!

Mit Fortuna Köln erfolgreich – Club Family lädt zum Interview

Em-Special Club Family

Bundesliga, Fußball-Europameisterschaft in Frankreich – Fußball ist in aller Munde! Wie alle sind auch wir von Club Family im Fußballfieber und drücken der deutschen Elf die Daumen. Als Kölner Unternehmen schlägt unser Herz aber auch für die Fortuna! Pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft sprachen wir mit Fortuna-Trainer Uwe Koschinat über die EM, die Ziele der Fortuna für die neue Saison und über das Thema Familienurlaub!

Uwe Koschinat Club Family: Herr Koschinat, Sie sind ja jetzt in die Sommerpause gestartet. Sind Sie denn gut aus der Saison herausgekommen und wie geht es jetzt in der Pause weiter? Relaxen Sie erst einmal ein wenig oder geht es direkt weiter?

Koschinat: Es war schon so, dass ich erst einmal ein bisschen daran zu knabbern hatte, dass wir das letzte Spiel, dieses entscheidende Pokalspiel gegen Viktoria Köln, verloren haben. Insofern sind die unmittelbar ersten Tage ein Stück weit Aufarbeitung. Bei mir geht das aber immer relativ schnell, vor allem, wenn ich aus Trainersicht sagen kann, dass ich am Ende mit mir im Reinen bin. Die Übergangsphase besteht aus drei Bereichen: Der eine ist tatsächlich Zeit zu gewinnen, um auch Abstand vom Fußball zu bekommen. Das ist schon ein wichtiger Faktor, denn es bedeutet zum einen, dass man wieder deutlich mehr Zeit für die Familie hat, weil man einfach nicht mehr in irgendwelchen Zeitfenstern denken muss.

Der zweite Faktor ist, dass man ein bisschen mehr Zeit für sich hat. Das tut auch ganz gut, wenn man nicht unter dem unmittelbaren Druck steht, schon wieder etwas vorbereiten zu müssen. Trotz alledem ist es natürlich so, dass ich nicht nur die reine Traineraufgabe bei der Fortuna habe, sondern auch in Zusammenarbeit mit Michael Schwetje den Kader zusammenstelle, ich auf der sportlichen, er vielmehr auf der vertraglichen und geschäftspolitischen Ebene. Dadurch sind wir natürlich sehr viel im Austausch und es stehen eine ganze Reihe an Gesprächen mit Spielern und deren Beratern an.

Der dritte Faktor, der immer von mir relativ intensiv genutzt wird, ist sich in den Freiräumen mit der vergangenen Saison zu beschäftigen. Dabei schaue ich mir Spiele gegnerischer Mannschaften und unsere eigenen Spiele noch einmal an und analysiere sie, schaue was wer besonders gut gemacht hat. Das kann ich in dieser Zeit sehr relaxt und ohne Zeitdruck machen.
Ich hatte dieses Jahr unheimlich viel Glück, dass meine Planung für die kommende Saison schon zu einem super frühen Zeitpunkt abgeschlossen war, dass alle Testspiel-Gegner stehen, dass das Trainingslager fest in den Zeitplan eingearbeitet ist. In Summe würde ich sagen, waren die drei Wochen auch ohne Urlaub eine sehr erholsame Phase.

Club Family: Also steht jetzt vor dem neuen Saisonbeginn noch das Trainingslager an?

Koschinat: Ja, also wir fahren in der Sommervorbereitung in ein Kurztrainingslager, nachdem wir vier Wochen trainiert haben. Das hat schon fast Tradition. Über einen befreundeten Sponsor dürfen wir am Eurostrand in Leiwen zu Gast sein. Normalerweise ist dort eher immer Party angesagt, aber von montags bis mittwochs ist dort immer sehr wenig los und die Platzanlage ist in unmittelbarer Nähe zum Eurostrand. Das liegt logistisch sehr günstig für eine hohe Zahl an guten Testspielgegnern. Insofern haben wir dort einfach tolle Erfahrungen gesammelt, fühlen uns dort sehr wohl und die Saison hat danach immer einen sehr guten Verlauf genommen und deshalb nehmen wir das auch in diesem Jahr wieder in Anspruch.

Club Family: Das heißt, es ist ein kleiner Glücksbringer für Sie? (alle lachen). Aber Sie selbst fahren ja auch noch in den Urlaub, wie wir gerade gehört haben. Sie haben bei Club Family gebucht – wo geht’s für Sie denn hin?

Koschinat: Ich fliege mit meiner Familie nach Belek. Also es ist schon so, dass wir ein relativ enges Zeitfenster haben. Ich gebe meiner Mannschaft in der Vorbereitungsphase sechs Tage frei, weil ich damit sehr positive Erfahrungen gesammelt habe. Die Spieler sind nach drei Wochen permanentem Aufeinanderhängen froh, wenn sie mal auseinander gehen können. Wir haben mittlerweile die Möglichkeit – mit moderner Technik – die Spieler über Chips zu überwachen. Das heißt, sie kriegen Trainingspläne, die sie eigenverantwortlich abzuarbeiten haben, und wir können nachher auswerten, ob sie es auch tatsächlich getan haben. Das ist insofern eine ganz gute Geschichte, zum einen, um einmal ein bisschen Abstand zu gewinnen, vielleicht auch nochmal ein paar private Dinge zu erledigen oder selbst tatsächlich auch als Spieler nochmal in den Urlaub zu fahren, auf der anderen Seite trotzdem irgendwie in Form zu bleiben.
Und dieses Zeitfenster nutze ich eben. Das sind sechs Tage, um selbst mit der Familie in den Urlaub zu fliegen. Das ist die einzige Chance, denn ich habe einen schulpflichtigen Sohn und meine Frau ist Lehrerin, insofern sind wir an die Ferienzeiten gebunden und da hat es für die sechs Tage ganz gut gepasst. Ich bin hier toll beraten worden, das war eben eine sehr schnelle und spontane Entscheidung.

Club Family: Wie alt ist Ihr Sohn?

Koschinat: Mein Sohn ist 14 und die kleine Tochter ist 5. Sie kommt jetzt erst in die Schule.

Club Family: Sind Ihre Kinder auch fußballbegeistert? Gibt es vielleicht ein Fußballcamp in Ihrem Urlaubsziel?

Koschinat: Ja, mein Sohn spielt selbst bei der Fortuna. Für ihn hat das auch einen dermaßen zeitlich hohen Anspruch, er trainiert drei bis vier Mal in der Woche plus Spiel am Wochenende. So sagt er jetzt nicht zwingend "wenn ich in den Urlaub fahre, muss ich dort auch noch Fußball spielen." Ich glaube, er hat mittlerweile auch im Urlaub, was Bekanntschaften angeht, andere Interessen.

Club Family: Geht es Ihnen denn auch so, dass Sie im Urlaub das Thema Fußball völlig ausblenden können (außer natürlich es kommt ein wichtiges Telefonat)?

Koschinat: Es ist tatsächlich so, dass ich kommuniziere, dass ich auch mal sechs, sieben Tage weg bin. Dann ist es so, dass ich das Handy auch tagsüber entweder ausgeschaltet lasse oder mit Michael Schwetje konkrete Telefontermine für dringende Gespräche abspreche. Aber prinzipiell möchte ich in dieser Zeit nicht unbedingt erreichbar sein. Da versucht man dann logischerweise die Prioritäten in eine andere Richtung zu setzen.

Club Family: Was ist Ihnen wichtig im Urlaub? Wie sieht der perfekte Urlaub für Sie aus? Mehr Entspannung oder eher auch sportliche Aktivitäten?

Koschinat: Es ist tatsächlich so, dass wir einen sehr geringen Anspruch haben, aber den auf hohem Niveau. Es geht darum, dass ich in diesem kurzem Zeitfenster einfach total relaxen möchte. Wir buchen sehr gerne All Inclusive, um uns keine großen Gedanken über die Tagesabläufe machen zu müssen. Eine gute Kinderbetreuung ist mir wichtig, denn da hat die Kleine wahnsinnig viel Spaß mit Gleichaltrigen. Darüber hinaus wird der Große die geringsten Probleme haben, weil bei dem geht das logischerweise ganz schnell. Da achtet man natürlich bei der Buchung darauf, dass es ein Urlaubsdomizil ist, wo sowieso sehr viele Jugendliche sind, die Attraktivität der Anlage sehr hoch ist und darüber hinaus geht es für mich und meine Frau auch darum, ein Stück weit auszuspannen. Also ich genieße es dann auch mal, zwei, drei Stunden am Pool zu liegen und ein Buch zu lesen und zwischendurch ins Wasser zu springen.
Logischerweise ist Zweisamkeit auch ein wichtiger Faktor. In den Anfangsjahren war es so, gerade als die Kleine eine Permanentbetreuung brauchte, dass sie natürlich der Mittelpunkt war. Doch mittlerweile ist auch Liv in einem Alter, dass sie wahrscheinlich sehr viel selbstständig machen wird. Gutes Wetter sollte eine Garantie sein, die Poolanlage ist mit Sicherheit toll, das Essen soll toll sein. Am Ende will man es sich einfach mal gut gehen lassen in der Phase. Deswegen spielen auch solche Dinge wie Land und Leute kennenlernen in der Zeit überhaupt keine Rolle.

Club Family: Fahren Sie vor oder nach der EM in den Urlaub?

Koschinat: Am 8.7. geht es los, also genau innerhalb der EM. Aber das hat keine Priorität bei der Buchung gehabt. Für meinen Job hat die EM am Ende keine Bedeutung. Die Spieler, die bei der Europameisterschaft spielen, spielen in unserem Budgetrahmen keine Rolle. Insofern schaut man sich das dann als Fan an, vielleicht als Trainer auch immer mit einem Auge: Was treiben die? Gibt es da irgendwelche Neuerungen? Was machen die taktisch? Aber am Ende bin ich bei so einer Europameisterschaft mehr Fan. Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn ich solch ein Spiel wie z.B. Rumänien gegen die Schweiz verpassen würde, wäre das jetzt auch nicht kriegsentscheidend (lacht).

Club Family: Schauen Sie die Spiele denn auch im Urlaub, vorausgesetzt Deutschland ist am 8. Juli noch dabei?

Koschinat: Ja, absolut! Ich finde, das war immer eine ganz tolle Geschichte. Wir hatten ein paar Mal das Glück, dass wir in einem Urlaubsdomizil waren, wo die Spiele dann beispielsweise über so ein Public Viewing innerhalb der Anlage übertragen wurden. Dann setzen wir uns logischerweise auch in die Menge und genießen das, weil das ja auch irgendwo nochmal eine besondere Atmosphäre ist.

Club Family: Und dann schauen die Kinder ja auch mit…

Koschinat: Ganz genau!

Club Family: Dann achten Sie ja wahrscheinlich schon darauf, dass die kleine Fünfjährige auch unbekümmert schauen kann, oder? Haben Sie spezielle Orte, wo Sie gar nicht hingehen würden mit der Kleinen?

Koschinat: Ich glaube, was ich ausschließen würde, wäre in eine Kneipe zu gehen, wo auch der Geräuschpegel extrem hoch ist, wo vielleicht Fansein dann auch bedeutet, dass die Leute das ein Stück weit so ausleben, als ob sie selbst im Stadion wären. Ich würde es jetzt gar nicht ausschließen, dass sie gar nicht die Geduld hat, 90 Minuten zu schauen und dann ist es wahrscheinlich auch richtig, dass man sie irgendwo im Auge hat und sie ein bisschen Auslauf hat, sich selbst oder mit anderen kleinen Kindern zu beschäftigen. Sie wird sich wahrscheinlich eine Deutschlandfahne ins Gesicht malen, findet das am Anfang bestimmt spannend, aber irgendwann wahrscheinlich nicht mehr so. Das ist bei dem Großen logischerweise was anderes. Er ist sehr fußballaffin und hat dann schon auch Bock ein Spiel zu gucken.

Club Family: Und zu Hause? Wie schauen Sie dort Fußball? Mit Freunden, Familie, mit der Mannschaft vielleicht sogar?

Koschinat: Ich hab schon ganz viele Geschichten gemacht. Also normalerweise war es so, dass wir entweder zum Grillen eingeladen haben, oder aber selbst eingeladen wurden. Da haben wir tatsächlich in einer größeren Gruppe geschaut. Wir haben aber tatsächlich auch schon Public Viewing in Anspruch genommen. Das wird eben jetzt eine sehr spontane Entscheidung.

Club Family: Wie fühlen Sie sich denn bei solch aufregenden Situationen wie beispielsweise einem Elfmeterschießen als Zuschauer? Das hatten Sie ja gerade selbst. Fiebern Sie da besonders mit, weil Sie ja ganz genau wissen, wie man sich in so einer Situation fühlt?

Koschinat: Ja, ganz allgemein, ertappt man sich dann immer bei Parallelen und stellt sich die Frage: Wie würdest du jetzt reagieren? Was hättest du jetzt getan? Man schaut auch interessiert zu, gerade bei so mehr oder weniger einmaligen Ereignissen. Wie reagieren die Toptrainer? Was machen die in solchen Situationen, die möglicherweise vorher auch nicht bis ins letzte Detail so durchgedacht werden, weil sie so einzigartig sind. Bei EM-Spielen mit deutscher Beteiligung fiebert man dann aber natürlich auch als Fan mit und hofft natürlich auf einen Sieg für die deutsche Mannschaft.

Club Family: Wenn Deutschland ausscheidet, wem würden Sie dann die Daumen drücken? Haben Sie einen Favoriten?

Koschinat: Dann ist es schon so, dass ich mich sehr stark daran orientiere, welche Mannschaft mich fasziniert, weniger in Bezug auf die Nationalität, sondern mehr auf die Art des Fußballs. Und da würde ich es dann jemandem wünschen, der es vielleicht aufgrund einer tollen taktischen Anlage oder vielleicht hoch attraktivem Fußball einfach auch verdient hätte. In den letzten Jahren war ich schon sehr häufig bei den Spaniern, weil ich immer den Eindruck hatte, sie dominieren sowohl aufgrund ihrer Einzelfähigkeit, aber auch als Gruppe. Es ist ja immer schön, wenn sich die Qualität des Fußballs am Ende durchsetzt und nicht irgendjemand aufgrund eines glücklichen Tages gewinnt. Am Ende ist es mit Sicherheit auch so – ich habe es eben im Radio gehört, als ich hierher gefahren bin – dass Frankreich immer eine internationale Meisterschaft gewonnen hat, wenn sie im eigenen Land ausgetragen wurde. Insofern kann ich mir auch durchaus vorstellen, dass am Ende irgendwo halb Europa bei den Franzosen ist, wenn diese Europameisterschaft in einer ähnlichen Form abläuft, wie beispielsweise damals bei der WM in Deutschland, wo so ein ganzes Land diese Geschichte eben auch mitträgt.

Club Family: Wie sehen Ihre eigenen Ziele für die nächste Saison aus? Sie sind jetzt in dieser Saison Elfter geworden. Sehen Sie da eher das Ziel, dass eine Platzierung in diesem Rahmen wünschenswert wäre oder geht der Blick schon eher nach oben?

Koschinat: Also ganz prinzipiell haben wir, wenn wir jetzt mal den Pokalwettbewerb und die Enttäuschung des letzten Spiels weglassen, eine ganz vorzeigbare Saison gespielt. Mein großes Problem, auch in der Aufarbeitung, war allerdings, dass es eben einen Verlauf gab mit ganz vielen Höhen, aber auch brutalsten Tiefen. Wenn wir die positiven Phasen ausbauen können auf eine längere Zeit, dann wäre man eine richtige Spitzenmannschaft, dann ginge deutlich mehr. Und auch bei mir überwiegt dieses Gefühl, dass wir, an den negativen Phasen orientiert, eher eine Mannschaft sind, die den Blick nach unten richten muss.
Tatsache ist, dass wir zwei unfassbar wichtige Spieler ersetzen müssen, in der Offensive mit Biada und Königs, die dieses Jahr fantastisch eingeschlagen haben. Und bei Marco ist es ja so gewesen, dass sogar eine Mannschaft eine sehr hohe Ablösesumme für ihn gezahlt hat, um ihn aus dem Vertrag rauszukaufen. Das ist auf der einen Seite natürlich sehr positiv für uns. Das hat auch eine unheimlich gute Wirkung auf andere Spieler, weil sie sehen, dass bei der Fortuna vernünftig gearbeitet wurde und sich Spieler persönlich sehr in den Vordergrund spielen konnten. Auf der anderen Seite dürfen wir eben nicht vergessen, dass wir einfach zwei sehr erfolgreiche Spieler verloren haben und die müssen wir erst einmal ersetzen. Insofern hängt sehr viel gerade an der jetzigen Phase, in der wir wichtige Gespräche mit Spielern führen, die wir aktiv gescouted haben und von denen wir der Überzeugung sind, dass sie die Abgänge kompensieren könnten. Wenn uns solche Transfers gelingen, dann bin ich fest davon überzeugt, dass eine kontinuierliche Steigerung auch im nächsten Jahr möglich ist.

Seitdem ich Trainer bin, haben wir irgendwo immer Ziele erreicht, zum Teil übererreicht. In meinem ersten Drittligajahr haben wir 46 Punkte geholt, im letzten Jahr waren es 49, das ist schon eine moderate Steigung. Wenn wir das noch einmal schaffen würden, dann wäre das eine tolle Entwicklung.

Club Family: Wir wünschen Ihnen viel Erfolg in der neuen Saison und alles Gute für die Fortuna!
 

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